Qualitätssicherung

Evaluation und Selbstevaluation sind Strategien der Qualifizierung der eigenen Arbeit. Evaluation bedeutet Auswertung, Einschätzung und Bewertung. Aufgabe von Evaluation ist der Versuch, die Wirkung der eigenen Arbeit in qualitativer Hinsicht darzulegen. Auf der Basis dieser schriftlich gesammelten Informationen soll in einem weiteren Schritt die Wirksamkeit der Arbeit bewertet werden.

Evaluation ist somit eine Möglichkeit der Konzeptentwicklung und Überprüfung verbesserter Professionalität und Qualifizierung. Hieraus ergeben sich Chancen von Organisations- und Strukturveränderung innerhalb der Einrichtung, wie aber auch im Bereich der Gestaltung der pädagogischen Aufträge. Selbstevaluation wird von den Personen durchgeführt, die selbst an den jeweiligen Maßnahmen beteiligt sind (Mitarbeiter – Junge Menschen – Eltern). Selbstevaluation ist ein praxisorientiertes Mittel zur Umsetzung direkter Ergebnisse in die pädagogische Arbeit.

Es geht also nicht darum, von außen zu beobachten wie gearbeitet wird, sondern um einen Entwicklungsprozess der es ermöglicht mit den Mitarbeitern/innen, wie aber auch mit den jungen Menschen/Familien in den einzelnen Arbeitsbereichen Instrumente der Bewertung sowie fachliche Standards zu erarbeiten und umzusetzen. Wir gehen davon aus, dass alle am Erziehungsprozess Beteiligten ein gemeinsames Interesse an der möglichst guten Qualität der vereinbarten Leistung haben. Die jungen Menschen, die bei uns leben sowie ihre Familien brauchen die Sicherheit, dass eine positive persönliche und familiäre Entwicklung bestmöglich unterstützt wird.

Die Jugendämter brauchen die Sicherheit, dass den Kosten der Unterbringung ein entsprechendes Leistungsangebot gegenübersteht. Wir selbst wollen den bestehenden Anforderungen der Jungendhilfe gerecht werden, mit unserem Angebot den Beteiligten nützen und es bedarfsgerecht weiterentwickeln. Ausgangspunkt dieser Qualitätskontrolle im Einzelfall ist der Hilfeplan und die in ihm vereinbarten Erziehungsziele und Betreuungsvereinbarungen.

Diese Vereinbarungen werden im Rahmen der Hilfedokumentation zu den regelmäßigen wöchentlichen Fallbesprechungen im Betreuungsteam herangezogen und mit dem aktuellen Stand der momentanen Situation abgeglichen. Differenzierungen oder notwendige Modifizierungen und Fortschreibungen der internen Hilfeplanung werden hier vorgenommen. Diese Ergebnisse finden sich wieder und bilden die Grundlage für die Situationsanalyse des Hilfeplans, die gemeinsam mit dem jungen Menschen erstellt wird.
Das zweistufige Berichtswesen ist unseres Erachtens eine wichtige Maßnahme um Veränderungsprozesse wahrzunehmen, ergebnisorientiert zu arbeiten und bedarfsgerechte Abstimmungen zu gewährleisten.

- Hilfeplanfortschreibung
- Situationsanalyse des Hilfeplans
- Hilfeplandokumentation
- Hilfeplan

Diese Vorgehensweise wird ergänzt durch regelmäßige gemeinsame Reflexionsgespräche mit dem jungen Menschen. Hier werden die Entwicklungen des davor liegenden Zeitraumes besprochen. Veränderungsbedarf wird festgestellt und die weiteren Schritte werden vereinbart. Fester Bestandteil dieser Gespräche ist auch die Frage an den jungen Menschen, was er in der Wohngruppe als veränderungsbedürftig betrachtet. Die Gespräche werden ebenfalls im Rahmen der Hilfedokumentation protokollarisch festgehalten.

Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Lage sind den Anforderungen der jungen Menschen und Familien gewachsen zu sein und in der Gruppe dauerhaft ihre Aufgaben orientiert am jungen Menschen wahrnehmen können, wird Team- und Einzelsupervision angeboten. Regelmäßige Beratung der Mitarbeiter durch externe Fachkräfte und die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind ebenfalls fester Bestandteil unserer Bemühungen um Qualitätsentwicklung.

Themen der Organisationsentwicklung und die Förderung eines ganzheitlichen Identitätsprozesses sind neben den Fallbesprechungen und organisatorischen Absprachen fester Bestandteil der regelmäßigen Mitarbeiterbesprechungen. Im Bedarfsfall wird im pädagogischen Bereich mit Beteiligung der jungen Menschen und Mitarbeiter/innen ein Qualitätszirkel gebildet. In diesem Kreis geht es um die Überprüfung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie Sicherstellung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.
Weitere Elemente der Qualitätssicherung und Entwicklung ist regelmäßige externe Beratung durch eine erfahrene Fachkraft der Jugendhilfe.

Die Datenbankgestützte Fallführung und Dokumentation des jeweiligen Betreuungsverlaufs ist ein zusätzliches Instrument der Qualitätssicherung und gewährleistet mehr aktuelle Transparenz und verbesserte Auswertungsmöglichkeiten der Zielsetzungen und Betreuungsinhalte.

In dem Bestreben einer möglichst konkreten und differenzierten Beschreibung unserer Leistungen, Zielsetzungen sowie unseres Arbeitsansatzes und den jeweiligen Qualitätssicherungsfaktoren sehen wir einen Leitgedanken unserer Arbeitsorganisation. Darüber hinaus wollen wir uns an der Transparenz unserer Angebote und unseres Handelns für alle am Erziehungs- und Entwicklungsprozess beteiligten Personen und Institutionen orientieren. In der Ergebnisorientierung und der Überprüfbarkeit der Zielerreichung sehen wir einen weiteren wesentlichen Qualitätsstandard. Hierbei steht die weitestgehende Beteiligung der Betroffenen an der Entwicklung des an ihrem Bedarf orientierten Hilfekonzepts im Vordergrund, wie aber auch die Bereitschaft zur Annahme konstruktiver Kritik im Sinne eines stetigen Verbesserungs- und Veränderungsprozesses.

 

 

 
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